Über das Glück

Gedicht und Video „Über das Glück“ von Gloria / Poetry Slam Berlin / Für und bei „Mehrwertvoll“

 

Hast du das Glück gewählt?
oder hast du es verdient?
oder ist es wie die Liebe,
die bloß irgendwo hin fällt?

Mein Glück liegt da so rum,
unter den Kleidern von letzter Nacht,
die riechen nach Rauch
und dem Zeug, das ich gegessen hab.
Mein Glück liegt vergraben
unter Tickets und Karten,
unter Bildern, die beweisen,
wie viel Glück wir doch haben.

Mein Glück liebt zu verschlafen
bei Stress, und bei Regentagen.
Ich brauche Zeit,
doch mein Glück hasst das Warten.
Mein Glück wird ganz blass,
hat die U-Bahn verpasst,
und selbst der Boden der Flasche
ist kein Glück, ist nur nass.

Mein Glück liegt im Kleinen,
unter Münzen und Scheinen,
zwischen Loben und Preisen
muss sich Glück erst beweisen.
Mein Glück ist nicht einfach
doch kommt doppelt und dreifach,
wenn ich nur mal die Zeit hab
das zu tun, was ich gemeint hab.

Mein Glück sieht, ob ich geweint hab,
oder die Wahrheit verneint hab;
doch wenn mir Glück eines gezeigt hat;
dann das Fühlen von Heimat.

Mein Glück und mein Erfolg:
sie lieben und hassen sich,
doch zwischen all ihren Kämpfen
vergessen sie mich.

Mein Glück flüstert mir zu:
„Keiner sieht Glück wie du,
keiner sucht Glück in dir,
Augen zu, ich bin hier.“

Weil du mich so vermisst
wenn du unglücklich bist;
dass du alles vergisst,
wie man schläft, wie man isst.
Und bist trotzdem gewiss,
dass du nicht allein‘ bist;
denn nur der kennt das Glück,
der es an Trauer misst.

Mein Glück und mein Erfolg:
sie lieben und hassen sich,
doch zwischen all ihren Kämpfen
vergessen sie mich.

Sie suchen Reichtum und Macht,
warme Körper bei Nacht,
doch noch hat keiner geschafft
was mein Glück mit mir macht.
Mein Glück flüstert mir zu:
„Keiner sieht Glück wie du,
findest das Glück in dir.
Augen auf, ich bin hier.“

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