„Ich habe nichts“

Der ganze text zu Glorias Gedicht „Ich habe nichts“

Ich habe nichts.
Nichts als Illusionen, die schon immer da waren,
gepaart mit Visionen,
ein bisschen Verzweiflung und Melancholie,
aufblitzende Hoffnung, pure Euphorie.

Einer sagte zu mir:
Ich bin eben schon älter,
rationaler, kälter.
Ich für meinen Teil hoffe so sehr,
dass mir das nie passiert.

Also, liegt das an dir oder an mir?
Suche ich mir das aus oder liefere ich mich aus?

Wie der Himmel ist,
wie ich im Regen gehe,
wie ich Bäume sehe
oder hinter meinen Träumen stehe.

Ob ich es wage zu lachen,
selbst wenn ohne Grund,
mich lächerlich machen
lachen ist gesund.

Ich habe nichts.
Nichts als Illusionen, die schon immer da waren,
gepaart mit Visionen,
ein bisschen Verzweiflung und Melancholie,
aufblitzende Hoffnung, pure Euphorie.

Einer sagte zu mir: Ich bin eben schon älter.
Ich bin weniger naiv,
habe mehr Erfahrung und Vorurteile.
Ich für meinen Teil hoffe,
ich sinke nie so tief.

Also liegt das an dir oder an mir?
Bin ich gezwungen die Welt so zu sehen, wie sie mich sieht?

Fremdenfeindlichkeit, Neid, Einsamkeit,
„Wie du mir, so ich dir“
keiner gewinnt,
jeder verliert.

„Weißt du noch damals? Da hat mir auch keiner geholfen“
schön, so ging es sogar schon mir,
und trotzdem stehe ich hier und hoffe auf ein wir.

Denn wir haben nichts, nichts als Illusionen, gepaart mit Visionen,
und selbst wenn sie nicht immer da waren
können wir sie wieder holen.

Mischen die Melancholie mit Euphorie,
mischen die Realität mit unserer Phantasie,
wandeln die Phantasie mit Realität, weil sie uns noch bleibt,
wenn sonst nichts mehr geht.

Also, steht ihr mit mir?
Sind wir eins anstatt ichs?
Denn außer dem Wir
haben wir nichts.

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